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***RAN – Race Around Niederösterreich 2026***

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Brigitte und Werner stellten sich 2026 der Herausforderung, das Race Around Niederösterreich als Mixed Team unsupported zu bestreiten – 600 Kilometer und 6000 Höhenmeter, ohne externe Unterstützung.

Die Wetterprognose ließ nichts Gutes erahnen: Regen und Kälte. Entsprechend wurde bereits im Vorfeld die Ausrüstung angepasst – zusätzliche warme Kleidung, Regenbekleidung und mehrere Paar Handschuhe mussten mit. Der Start erfolgte am Freitag um 17:20 Uhr noch bei trockenen Bedingungen. Die Hoffnung, dass der Regen erst später einsetzen würde, hielt jedoch nicht lange. Schon früh wurde das Team immer wieder von Regenschauern begleitet. Trotz der widrigen Bedingungen konnten sie rasch andere unsupported Teams sowie sogar supported Solofahrer überholen. Gleichzeitig wurde klar, dass die notwendigen Stopps zum Umziehen viel Zeit kosten würden – insgesamt rund zwei Stunden.

Nach 150 Kilometern erfolgte der erste längere Halt an einem Trinkbrunnen zum Auffüllen der Flaschen. In den frühen Morgenstunden entschieden sich die beiden, die durchnässte Kleidung gegen Winterausrüstung zu tauschen – Primaloftjacke, Weste und zusätzliche Regenbekleidung. Diese wurde aufgrund der anhaltenden Kälte bis ins Ziel nicht mehr ausgezogen. Die Nacht entwickelte sich zu einer echten Belastungsprobe: Kälte, Nässe und Dunkelheit zehrten an den Kräften. Werner fuhr konstant voraus, während Brigitte im Windschatten Kräfte für die bevorstehenden Anstiege sparte. Bei Kilometer 330 in Wiener Neustadt folgte der nächste Stopp. Am Semmering gab es kurzzeitig trockene Bedingungen, bevor erneut Regen einsetzte. In St. Aegyd wartete der Pflichtstopp inklusive Interview sowie ein Depot für unsupported Teilnehmer. Die kurze Pause im Warmen wurde genutzt, um Handschuhe zu wechseln, sich aufzuwärmen und Verpflegung aufzunehmen.

Die folgenden Abschnitte stellten eine besondere Herausforderung dar: Steigungen von bis zu 23 %, auf denen bereits einige Teilnehmer schiebend unterwegs waren. Bei Kilometer 470 wurde die Abfahrt im Bereich Wastl im Wald zu einem kritischen Moment. Extreme Kälte und Übermüdung führten bei Brigitte zu Sekundenschlaf, weshalb Werner das Tempo deutlich reduzieren musste, um die Situation sicher zu kontrollieren. Mit zunehmender Renndauer traten auch bei Werner Knieprobleme auf. Die letzten 80 Kilometer hielten, was sie versprachen: hart, nass, kalt und kräftezehrend. Zusätzlich erschwerte die einbrechende Dunkelheit die Situation, da die Akkus der Beleuchtung an ihre Grenzen kamen und auf Reserve gewechselt werden musste.

Entlang der Strecke wurden sie immer wieder von anderen Teilnehmern motiviert und angefeuert. Nachrichten von Familie und Freunden gaben schließlich den entscheidenden Impuls: Das führende unsupported Männerteam war in Reichweite. Auf den letzten Kilometern mobilisierten beide ihre letzten Kräfte – und konnten das Team tatsächlich noch überholen.

Völlig durchnässt, ausgekühlt und erschöpft erreichten Brigitte und Werner nach 27h und 50 Minuten das Ziel in Weitra – mit dem Sieg der Gesamtwertung unsupported sowie dem Sieg in der Mixed-Team-Wertung unsupported.